Projekt des Jahres 2023

Dimensionierung von Schutzeinrichtungen für Schleifmaschinen

Mit dem Projekt „Dimensionierung von trennenden Schutzeinrichtungen für ortsfeste Schleifmaschinen“ wurde eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Auslegung von Schutzumhausungen an Schleifmaschinen geschaffen. Ziel des Vorhabens war es, Schutzeinrichtungen so zu dimensionieren, dass sie Bedienpersonal und Maschinen zuverlässig schützen und gleichzeitig wirtschaftlich ausgelegt werden können.

Bisher basierte die Auslegung häufig auf Berstversuchen. Diese liefern zwar realitätsnahe Ergebnisse, sind jedoch aufwendig, kostenintensiv und nur eingeschränkt reproduzierbar. Im Rahmen des Projekts wurden daher translatorische Aufprallprüfungen mit Finite-Elemente-Simulationen kombiniert. Auf dieser Grundlage entstand ein Regressionsmodell, das den Zusammenhang zwischen Schleifscheibenparametern und der erforderlichen Wandstärke von Schutzeinrichtungen beschreibt.

Die Forschungsergebnisse ermöglichen eine zuverlässige und ressourcenschonende Auslegung von Schutzeinhausungen. Davon profitieren sowohl Maschinenhersteller als auch Anwender durch höhere Planungssicherheit, reduzierte Entwicklungsaufwände und verbesserte Arbeitssicherheit. Darüber hinaus sind die Ergebnisse bereits in die internationale Norm ISO 16089 eingeflossen und unterstützen Hersteller bei der CE-Kennzeichnung ihrer Maschinen.

Der wissenschaftliche Bearbeiter des Projekts, Simon Thom vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin, wurde für seine Leistungen im Rahmen der EMO Hannover 2025 mit der Auszeichnung „Projekt des Jahres 2023“ des VDW-Forschungsinstituts e.V. geehrt.

Bild: Preisverleihung für das VDWFI „Projekt des Jahres“ auf der EMO Hannover 2025. Von links nach rechts: Dr. Alexander Broos, Dr. Robert Tehel, Nico Wagner, Martin Wagner, Simon Thom, Dr. Stephan Kohlsmann. Quelle: Rainer Jensen / VDW